In letzter Zeit haben wir uns etwas mehr mit der Motivation und mehr mit der Psyche hinter dem Training und dem Abnehmen beschäftigt. Dieses Mal möchte ich es etwas leichter halten; Wechsel in der Ernährung läßt essen, sagen sie doch? Aber „sie“ sagen mehr Dinge, wenn es auf Ernährung und Essen ankommt. Wirklich lange nicht alles stimmt. Darum will ich heute mit euch ein paar hartnäckige Ernährungsmythen besprechen, die nach Untersuchung und logischem Denken völlig unwahr sind.

Vielleicht wird dieser Artikel deine Diät, ob du nun bulken oder cutten willst, in der kommenden Zeit etwas leichter machen!

Diät-Mythos 1: Nicht zu viele Eier essen! Ist schlecht

In gewisser Weise ist das natürlich wahr, denn wie wir schon von Kindheit an lernen: alles wovor “zu” steht, ist schlecht. Die Definition von „zu“ ist nur etwas vage, auch in diesem Kontext. Denn, was ist zu viel Ei? Eins pro Woche? Eins pro Tag? 3 pro Tag? Oder ist es am besten, jeden Morgen einen Haufen Eigelb zwischen die beiden Hälften des gerade zerbrochenen Eis zu werfen, bis man ein gutes Omelett ohne Eigelb backen kann? Weil ja, Ei = Cholesterin, richtig?

Es gibt eine ganze Reihe von Studien über die Auswirkungen des Eierkonsums auf den Cholesterinspiegel und andere Gesundheitsindikatoren, mit unterschiedlichen Mengen an Eiern pro Woche, aber im Allgemeinen mit der gleichen Schlussfolgerung: Eine eierreiche Ernährung (einige Studien sind über 12 pro Woche) hat keine negativen Auswirkungen auf die Gesundheit.

Zout

Diät-Mythos 2: Salz ist schlecht

Wenn wir dann doch Eier essen dürfen, dann wollen wir eigentlich auch Salz dazu, denn das ist lecker. Nun, dann hast du Glück, denn im Gegensatz dazu, was viele Menschen denken, ist Natrium so schlecht nicht. Zum Beispiel verursacht Salz nicht unbedingt hohen Blutdruck; die größte Angst begann mit einer Studie in den 1970er Jahren, die an Ratten mit einer extrem hohen Menge durchgeführt wurde.

Eine neuere Analyse mit einer Gesamtbevölkerung von mehr als 6000 Personen ergab keinen starken Effekt durch die Verringerung der Salzzufuhr für das Risiko von Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Laut einer anderen großen Studie sank der Blutdruck jedoch leicht, wenn die Salzzufuhr reduziert wurde. Mit der Betonung auf etwas. Ein Unterschied von 120/80 bis 119/79.

Was du mit diesen Daten anfangen kannst? Wenn du selbst deine Mahlzeiten kochst, kannst du ruhig Salz an dein Essen zufügen (auf eine normale Weise). Das heisst allerdings nicht, das uneingeschränkt Salz zu inhalieren gut für dich ist; das ist einer der Gründe, warum vorverpackte Mahlzeiten als weniger gesund angesehen werden. Es gibt auch Menschen, die übermäßig empfindlich auf Natrium reagieren, bei denen Vorsicht geboten ist.

Diät-Mythos 3:  Zucker macht süchtig

Es wurden so viele Artikel und Dokumentationen über Zucker gemacht, dass ich nicht glaube, dass ich ein neues Wort darüber schreiben kann. Aber ab und zu ist Wiederholung gut.

Es gibt keine Zuckersucht

Egal, was manche Menschen dir versuchen weis zu machen oder egal, was du dir vielleicht selbst weis gemacht hast in der Vargangenheit (nun natürlich nicht mehr).

Eine Sucht hat eine Reihe von Eigenschaften, von denen eine darin besteht, dass man, obwohl man sich der direkten Gesundheitsschäden bewusst ist, sie weiterhin nutzt. Darüber hinaus sind beispielsweise der Aufbau von Toleranz, Abstinenzsymptomen und der starke Wunsch, sie zu nutzen, charakteristisch für eine Sucht.

Sage mir, wie viele Leute siehst du, wenn sie mit einem Pfund Zucker aus dem Supermarkt gehen, um zu Hause eine große Linie zu setzen, um ihre Sucht zu stillen?

Die Tatsache, dass wir Nahrung und Kalorien brauchen und dass sich das Essen von süßen und fetten Lebensmitteln gut anfühlt, bedeutet nicht, dass es süchtig macht. Mit den gleichen Argumenten ist auch das Atmen, Kacken oder Schlafen süchtig machend. Du kannst ruhig Zucker  essen, ohne das Risiko einzugehen, in einem Monat mit Schaum vor dem Mund, angebunden auf einem Bett, wachzuwerden. Oh, und Zucker macht einen nicht unbedingt fett.

Volkoren pasta

Diät-Mythos 4: Vollkorn ist König, der Rest ist Müll

Vollkornbrot, vorzugsweise so braun wie möglich ( hat jemand  gehört, dass dafür manchmal Farbstoffe verwendet werden?), Vollkornnudeln oder Vollkorn-/Braunreis. Su-per gesund alle und viel besser als die normalen Sorten. Wenn du es mit deiner Gesundheit ernst meinst, achte darauf, dass du keinen weißen Reis, kein weißes Brot oder normale Nudeln isst.

Außer, dass das nicht wahr ist.

Sicherlich haben einige dieser Lebensmittel eine stärkere und akutere Wirkung auf z.B. den Blutzuckerspiegel. Darüber hinaus enthalten sie weniger Ballaststoffe.

Aber wie viele Menschen essen ihren Reis oder ihr Brot kahl? Der glykämische Index ist ein Indikator für die Wirkung von Lebensmitteln auf den Blutzuckerspiegel. Ein hoher glykämischer Index verursacht einen sehr schnellen Peak und dann einen Crash, richtig?

Mwah…. das ist nicht so schlimm. Darüber hinaus kann der gesamte glykämische Index verworfen werden, wenn Lebensmittel in Kombination mit anderen Lebensmitteln verzehrt werden, also fast immer.

Magst du Vollkornnudel lieber als Normale? Dann mach weiter und geniesse es. Aber verbrauche deine Kalorien nicht für Nahrungsmittel, die du wirklich nicht lecker findest, wie gesund sie auch manchmal sind. Schaffe dir lieber einen Lebensstil, den du für lange Zeit oder bessern noch permanent erhalten kannst, mit neuen Gewohnheiten, statt zeitweiser Lösungen. Willst du wissen wie? Blättere dann meine anderen Artikel über Lebensstil und Motivation einmal durch und halte sicher die kommenden Artikel im Auge!

Diät-Mythos 5: So natürlich essen wie möglich ist das Beste!

Die Paleo-Diät ist hier vielleicht das bekannteste Beispiel, ein Argument, das oft in einer gesund-oder-nicht-Diskussion gemacht wird, wie wir früher aßen. Alles aus der Natur ist gut, alles aus der Fabrik nicht. Vitamin C aus einer Apfelsine ist besser als Vitamin C aus einer Pille. Chemische Ergänzungen an Nahrungsmitteln in unserer Diät sind sehr ungesund oder selbst schlecht.

Außer, dass das Unsinn ist. Zuallererst ist alles chemisch; alles ist aus Molekülen aufgebaut und reagiert entsprechend den chemischen Regeln miteinander. Selbst das herrlich frische Schmelzwasser aus den meist abgelegenen, reinen Quellen aus dem Hippy-Hochgebirge.

Darüber hinaus ist Koservierungsmitteln zu danken, dass unsere Nahrungsmittel seltener schimmeln oder verrotten, was die Chance auf das Aufnehmen von natürlichen(!) Giftstoffen, die wohl schädlich sind, ordentlich verringert.

Natuurlijke voeding

Nutze es und falle nicht auf diese 5 Ernährungs-Mythen rein

Das waren 5 Ernährungs-Mythen, die ich regelmäßig auf Facebook oder während Gesprächen höre. Kurz zusammengefasst: Du darfst ruhig Brot essen oder Kekse oder einen vorverpackten Salat. Du darfst sogar Chips nehmen (kein Vollkorn, viel Salz und sie wachsen nicht an Pflanzen) ohne dass deine Gesundheit oder deine Resultate beeinträchtigt werden.

Natürlich gilt auch für diese Geschichte: Alles in Maßen. Dass du Fertiggerichte essen darfst, bedeutet natürlich nicht, dass du kein Gemüse, Obst oder Ballaststoffe nötig hast. Dass etwas Salz zufügen nicht unbedingt schlecht ist, bedeutet nicht, das ein neues Salzfass pro Woche kaufen, vernünftig ist.

Benutze deinen gesunden Verstand, iss in Maßen und vor allem, nutze deine Kalorien für Nahrung, die du lecker findest. Selbst wenn dies zu einer suboptimalen Ernährung führt die du durchhalten kannst, werden die Resultate noch besser sein, als mit einer optimalen Diät, die du nicht für  einen längeren Zeitraum aufrecht erhalten kannst.

Jan Willem van der Klis

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